Gundsatzinformation

Hintergrund

Der Schweizer Primarlehrer Ralph Werner wanderte im Jahre 2000 nach Südafrika aus. Bei der jahrelangen Arbeit mit Kindern in einem Kinderheim in Südafrika wurde ihm immer mehr bewusst, dass die Herausforderungen von Kindern nicht in der Isolation von einzelnen Programmen gelöst werden können – und auch nicht von vereinzelten Ausländern mit einer guten Idee. Neben einer sehr guten Ausbildung brauchen die Kinder auch eine aktive und positive Unterstützung ihrer Eltern und eine enge, fördernde und schützende Beziehung zu Erwachsenen im Schulumfeld, die die Umstände, Freuden aber auch Herausforderungen ihres Lebens im Township verstehen. Diese Idee des systemischen Ansatzes eines Unterstützungsnetzwerkes an einer Schule ist über mehrere Jahre in unzähligen Diskussionen mit Südafrikanern und Aussenstehenden zum Younitiate-Konzept gereift.
Ralph Werner verbringt etwa 9 Monate pro Jahr in Südafrika und hilft bei der Führung der Schule sehr aktiv mit. Die offizielle Leitung der Schule wurde anfangs 2019 an eine Afrikanerin übergeben.
Younitiate Südafrika ist eine registrierte und steuerbefreite Non-profit-Company. Zur Zeit konzentriert sich die Organisation vor allem auf den Aufbau des Kindergarten und der Primarschule.
Der Verein Younitiate Schweiz ist ein registrierter und steuerbefreiter Verein in der Schweiz, der die Schule in Südafrika unterstützt.

Primarschule und Kindergarten Younitiate Primary

Younitiate arbeitet exklusiv in einem kleinen Township von Benoni, Johannesburg. Younitiate offeriert interessierten Eltern dieses Townships Mogoba eine Alternative zum öffentlichen Schulsystem – das die aktive Involvierung der Eltern fordert aber auch die finanzielle Beteiligung der Eltern voraussetzt. Dabei suchten und suchen wir nach zahlbahren und innovativen Lösungen zu existierenden Problemen und Herausforderungen – und versuchen diese innerhalb und ausserhalb der Schule mit dem Einbezug der Community (Gemeinde) zu lösen.

Diese lokale Fokussierung stellt sicher, dass die Programme sich verlinken und sich auch ausserhalb der Schule vernetzen. Das Unterstützungsnetzwerk beginnt zu wachsen, da viele Eltern, Kinder und Angestellte sich auch persönlich kennen und im gleichen Umfeld leben und aufwachsen.
Alles fing am 7. Januar 2015 an: Wie gut können wir uns noch an den ersten Schultag im 2015 erinnern. 32 Kindergärtner – 2 Angestellte – Kinder, die kein Wort Englisch verstehen – eine riesen Motivation und viel Vorfreude – aber auch ein wenig die Ungewissheit, wie sich alles genau entwickeln würde. Wird die Community uns akzeptieren? Können wir eine gute Ausbildung zu fairen Preisen anbieten? Werden unsere innovativen Ansätze und Konzepte funktionieren und sich bewähren?

4 Jahre später: Wir sind zufrieden und überzeugt, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Die Erfahrungen waren sehr positiv – die Probleme nur Herausforderungen. Wir haben uns eine gute Akzeptanz und einen Namen für Qualität und eine grossfamilienähnliche Atmosphäre in der Community erarbeitet. Unsere Angestellten sind hoch motiviert und senden ihre eigenen Kinder trotz der Kosten an die Schule- und die meisten unserer innovativen und neuen Ansätze haben sich bewährt und sind ein fester Bestandteil der Schule geworden.

Die Schule arbeitet mit mehreren für Südafrikanische Staatsschulen ungewöhnlichen Ansätzen, bei dem wir uns neben dem offiziellen Lehrplan auf folgende Schwerpunkte fokussieren:

Kinderfreundliches und lernförderndes Umfeld

Jede Klassenanlage besteht aus 32-40 Kindern und 3 Erwachsenen; einer ausgebildeten Lehrperson und einer Lehrperson in Ausbildung, die für den Unterricht verantwortlich sind – und einem zusätzlichen Erwachsenen, der / die sich vor allem ums emotionale Wohlbefinden der Kinder, Spiel und Sport und die allgemeine Disziplin kümmert.

Vorteile:

  • intensive und kürzere Unterrichtslektionen in Kleingruppen
  • ein kinder- und lernfreundlicher Mix aus Unterricht, angeleitetem Spiel, Freispiel und individueller Betreuung und Gesprächen
  • Teamteaching, bei denen die Freuden und Herausforderungen des Alltags untereinander aufgeteilt und diskutiert werden können.

Erfahrungserfolg gegenüber anderen lokalen Schulen:

  • Viel weniger Gewalt unter den Kindern
  • Weniger Frustration bei den Lehrpersonen
  • Bessere Disziplin und Konzentration im Klassenzimmer und ausserhalb

Alle Kinder essen an der Schule

Alles Essen (Frühstück, Znüni und Mittagessen) wird von der Schule zubereitet und ist Teil der Schulgebühren. Kinder dürfen kein eigenes Essen mitbringen.

Vorteile:

  • gesündere Ernährung / weniger Zucker
  • kleinere Kosten verglichen mit der individuellen Zubereitung

Erfahrungserfolg gegenüber anderen lokalen Schulen:

  • Weniger Gewalt und weniger Disziplinprobleme
  • Weniger zuckerbedingte Hyperaktivität
  • Ein viel kleinerer, ersichtlicher Unterrschied zwischen Kindern aus finanzstärkeren und armen Familien (dieser Unterschied ist bei Essen in Südafrika viel klarer ersichtlich als bei Kleidung)

Individualisiertes Lernen und Lehren – E-learning

Younitiate Primary hat verschiedenste Programme eingeührt, die auf einer 1:1-Basis funktionieren wie zum Beispiel ein Leseprogramm, Computerlernen, individuellen Förderunterricht und «Spielen» in Kleinstgruppen.

Vorteile:

  • gezielte Förderung von Schwächen und Stärken
  • weniger sehr schwache Kinder
  • grössere emotionale Bindung zwischen Kind und Erwachsenen

Erfahrungserfolg gegenüber anderen lokalen Schulen:

  • Keine Kinder die durchs System fallen: Alle unsere Kinder können Lesen und Schreiben (auch wenn nicht immer perfekt)
  • Kinder sind motivierter, da sie ihren persönlichen Fortschritt besser wahrnehmen

Zusätzliche musische und akademische Lerninhalte – Theater

Younitiate entwickelt zusätzliche Lerninhalte, die für die holistische Entwicklung der Kinder als wichtig angeschaut werden

Zusaetzliche Lehrinhalte:

  • Werken und Basteln
  • Flötenunterricht
  • Intensiver Theaterunterricht
  • afrikanische Tänze
  • Denken
  • Gesellschaftsspiel

Erfahrungserfolg gegenüber anderen lokalen Schulen:

  • Mehr Kinder erfahren ihre Stärken
  • Besseres Allgemeinwissen

Ausflüge

Die meisten Kinder aus Mogoba verlassen kaum die Umgebung des Townships. Dies hat einen riesigen Einfluss auf ihr Lebensbild und auf das Verstehen von Zusammenhängen. Younitiate organisiert für alle Kinder mehrere Ausflüge pro Jahr.

Beispiele:

  • Kindertheater
  • Zoo
  • Ausflüge in Pärke der Umgebung
  • und viele mehr

Erfahrungserfolg gegenüber anderen lokalen Schulen:

  • Grösseres Interesse am Lernstoff
  • Erweiterte Kenntnisse ihrer eigenen Heimat Südafrika
  • Besseres Allgemeinwissen